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Low Level Laser Therapie |
1900 präsentierte Max Planck eine Erklärung dafür, weshalb Farben sich beim Erwärmen einer Materie bei unterschiedlich hohe Temperaturen ändern. Er postulierte, dass Strahlung in kleinen Mengen (Quanten) abgegeben wird, also nicht nur als Wellen sondern auch als Teilchen (Photonen).
1917 war es Einstein der die Prinzipien des Entstehen von Laser-Strahlung mit der Theorie der Quantenmechanik erklärte. Es dauerte bis 1960 bis Theodore Maiman der erste Laser konstruierte.
Laser ist ein Akronym von "Light Amplification by Stimulated Emission of Radiation" und bedeutet " Lichtverstärkung durch angeregte Strahlungsemission".
Eigentlich müßte man also "LASER" schreiben, "Laser" hat sich aber eingebürgert, ebenso wie das Verb "Lasern".
Laserlicht unterscheidet sich von normales Licht aufgrund
Wenn Laserlicht auf einem Gegenstand trifft verhält es sich gleich wie normales Licht: es wird reflektiert, absorbiert, gebrochen und zerstreut und je nach Beschaffenheit der Materie gehen die Kollimation und Kohärenz verloren.
Elektronen befinden sich in einer Art Wolke um einem Atomkern herum. Stark vereinfacht stellte man sich früher diese Wolke als Schalen um den Kern vor. Diese Schalen entsprechen unterschiedlichen Energieniveaus der Elektronen. Je weiter das Elektron sich vom Kern entfernt aufhält, umso höher ist sein Energieniveau.
(Wen's interessiert: Bill Byson erklärt solche Themen in seinem Buch "A short history of nearly everything" auf sehr verständliche und zudem humorvolle Weise!)

Die Elektronen in den äußeren "Schalen" können durch Krafteinwirkung von Außen beeinflusst werden. Wenn einem Atom Energie zugeführt wird, zum Beispiel durch Erwärmen oder durch intensive Lichtblitze, können diese äußere Elektronen dazu gebracht werden sich in ein höheres Energieniveau zu begeben. Der Schritt von einem Niveau in das nächsthöhere ist der berühmte Quantensprung: der sprunghafte Übergang eines Systems aus einem Quantenzustand in einen anderen. Diese energiereichere Elektronen werden aber zum vorherigen, stabileren Niveau zurückkehren wollen und in diesem Falle muss das Elektron die vorher aufgenommene Energie wieder abgeben. Dies passiert in der Form eines Energiequantums: ein Photon (= Lichtquant). Vereinfacht betrachtet sind Photonen die Bausteine elektromagnetischer Strahlung, so etwas wie Lichtteilchen. Die Wellenlänge und damit die Frequenz eines solchen Photons ist abhängig von der Differenz zwischen den beiden Energieniveaus: je größer die Differenz, umso kürzer die Wellenlänge und umso höher die Frequenz und umso größer die Energie eines solchen Photons.
Rotlicht hat eine längere Wellenlänge als violettes Licht: respektive 750 nm (nano = 10-9 = 0,000000001 = milliardstel) und 370 nm. Als Infrarotstrahlung (kurz IR-Strahlung) bezeichnet man in der Physik elektromagnetische Wellen im Spektralbereich zwischen sichtbarem Licht und der langwelligeren Mikrowellenstrahlung. Dies entspricht einem Wellenlängenbereich von etwa 780 nm bis 1 mm. Die Frequenzen für Infrarot-Licht liegen zwischen 0,3 THz und 380 THz (Tera-Hertz). Man unterscheidet nahes, mittleres und fernes Infrarot. Nahes Infrarot ist das kurzwelligste aus der Familie der Infrarotstrahlung. Es kommt im Spektrum unmittelbar nach dem dem sichtbare Licht. Fernes Infrarot ist dagegen viel langwelliger und reicht bis an das Gebiet der Mikrowellen. Eine scharfe Einteilung nach Wellenlängen gibt es nicht.

Ultraviolettstrahlung besteht aus elektromagnetischen Wellen mit einer Wellenlänge von etwa 1 bis 380 nm und einer Frequenz von ca. 790 THz bis 30 PHz. Man unterscheidet zwischen UV-A ( Wellenlänge λ = 315 bis 400 nm) , UV-B ( λ = 280 bis 315 nm) und UV-C (λ = 100 bis 280 nm). UV-Licht hat aufgrund der kürzeren Wellenlänge die höhere Energie, deshalb kann man mit Laserlicht aus dem blauen und nahen UV-Bereich mit einer um den Faktor 10 niedrigeren Energiedichte teilweise die gleiche Effekte erreichen wie mit rotem und IR-Laserlicht. Das kurzwellige UV-Licht hat aber eine deutlich geringere Penetrationstiefe ist dafür aber außerordentlich aggressiv, welches Gründe dafür sind, dass für die LLLT das langwelligere Rotlicht oder der IR-Laser verwendet wird.
Wenn ein Elektron sich in einem höheren Energiezustand befindet bezeichnet man das Atom als angeregt. Dieser Zustand dauert normalerweise nur etwa 10-8s ehe das Elektron wieder in seinen Grundzustand zurückfällt und ein Photon emittiert. Wird zum Beispiel in einer normalen Lampe der Glühdraht erhitzt, werden durch die viele unterschiedliche spontane Energiesprünge ebensoviele unterschiedliche Wellenlängen in allen Richtungen ausgestrahlt: bei dieser sog. spontanen Emission entsteht das bekannte kontinuierliche Spektrum von Infrarot bis und mit sichtbares Licht (der Regenbogen).

Findet diese Emission erzwungen in einem einzigen "reinen" Element statt, sind nur definierte Sprünge möglich: es werden nur Photonen mit bestimmten Eigenschaften emittiert. Deshalb ist das Spektrum in diesem Falle eng begrenzt und Linienförmig.
Auch Photonen können wenn sie absorbiert werden ein Atom anregen. Dazu muss die Energie eines solchen Photons exakt korrespondieren mit der Energiedifferenz des Ruhezustandes und des angeregten Zustandes eines Elektrons. Wenn ein Elektron bereits in einem höheren Energiezustand ist, und das Atom mit einem Photon mit entsprechender Energie kollidiert, kann das Elektron zurückfallen unter Emission eines mit dem kollidierenden Photon völlig identischen Photons. Dieser Prozess nennt man "stimulierte Emission".
Die Anwesenheit einer großen Anzahl angeregten Atome kann zu einer Verstärkung führen, weil ein Photon ein zweites Photon "freisetzt" und diese zwei Photonen danach weitere zwei und so weiter: eine Art Schneeballeffekt.

Ein Laser besteht grundsätzlich aus drei Komponenten
Die Anregung (Pumpen) der Atome kann je nach Lasertyp durch unterschiedliche Pumpmechanismen geschehen:
Als Lasermedien können alle Stoffe dienen, bei denen eine Besetzungsinversion erreicht werden kann. Dabei kann es sich um nachfolgenden Stoffe handeln:
(Quelle:www.pc.ruhr-uni-bochum.de)
Der Rubin-Laser besteht aus einem Rubin-Stab welche aus Aluminiumoxid besteht. Um den Stab herum gewickelt ist ein Xenon-Blitzrohr. Beide Enden des Rubinstabes sind reflektierend, das eine Ende ist teilweise transparent sodass etwas Licht austreten kann. Ein kurzer (0.5ms) Blitz regt die Rubinmolekulen an und hebt viele Elektronen in ein höheres Energieniveau.
Atome haben aber nicht nur zwei potentielle Anregungszustände sondern mehrere. Infolge der Blitzeinwirkung werden die Elektronen in den höchsten Anregungszustand versetzt und fallen praktisch sofort zurück auf den zweiten, den metastabilen Zustand. Es findet also eine Besetzungsinversion statt. Bei diesem Vorgang werden Photonen mit einer Wellenlänge von 694,3 nm emittiert.
Diese Photonen hätten exakt die richtige Energiemenge um ein Elektron welches sich in den Grundzustand befindet in ein höheres Niveau anzuheben. Da sich nun aber mehr Elektronen in ein höheres Niveau befinden als im Grundniveau (die erwähnte Besetzungsinversion) werden die emittierte Photonen eher mit diesen metastabilen Elektronen kollidieren. Diese werden auf ihren niedrigeren Energieniveau zurückfallen und ihre Portion "Extraenergie" in der Form eines Photons abgeben. Dieser Prozess wird rasch verstärkt da immer mehr Photonen emittiert werden. Es findet nun stimulierter Emission von Strahlung statt.
Die Photonen werden zwischen den beiden spiegelnden Flächen reflektiert und werden immer wieder durch das Gebiet in dem Besetzungsinversion herrscht geleitet. Eine solche Anordnung bezeichnet man als optischen Resonator, dies ist im Prinzip ein Schwingungsverstärker in der es zur Ausbildung stehender Wellen kommt.
Hier wird das Licht beim Hin- und Herreflektieren zwischen den beiden Spiegeln immer weiter verstärkt so dass immer mehr Kollisionen und Emissionen stattfinden. Die in den Rubinmolekulen gespeicherte Energie wird in sehr kurzer Zeit in Form eines Rotlichtimpulses freigesetzt: identische Photonen mit gleicher Wellenlänge, Frequenz und Polarität tretten an der transparente Seite des Rubinstabes aus:
Laserlicht mit einer Wellenlänge von 694,3 nm.

Gas-Laser wie HeNe-Laser funktionieren in Prinzip gleich, nur ist hier das "lasende" Material ein Gasgemisch in einem Rohr.
für mehr Information siehe: Wikipedia Laser-Dioden
Hier werden Halbleiterdioden verwendet, die nach Anlegen einer Spannung aus der Sperrschicht heraus Licht emittieren. Sie basieren auf Halbleiterverbindungen wobei am häufigsten die III/V-Halbleiter verwendet werden, also solche die aus Elementen der 3. und 5. Gruppe des Periodensystems bestehen (die Gruppe zwischen den Metallen und den Isolatoren).
Der Grund hierfür ist, dass die energetischen Verhältnisse in diesen Halbleitern gerade so sind, dass bei der sog. Rekombination eines Elektrons mit einem Loch Licht entsteht, das im sichtbaren Bereich liegt. Der Bandabstand und damit die Wellenlänge des Lichtes wird bestimmt durch die Wahl der Halbleiterstoffe und deren Verhältnis zueinander.
Wichtig in diesem Zusammenhang sind die sog. Dotierungen: bestimmte Fremdatome, welche dem Halbleitermaterial hinzugefügt werden um die Leitfähigkeit dieser Halbleitern gezielt zu beeinflussen bzw. zu steuern. Es handelt sich dabei meistens um Stoffe wie Galliumphosphid (GaP), Aluminiumgalliumarsenid (AlGaAs) oder Indiumgalliumnitrid (InGaN).
Bei den Halbleiter-Lasern werden Übergänge im Halbleiter zur Besetzungsinversion verwendet.
Ein Typ n-Halbleiter ist dotiert mit einem Elektronendonor. Das ist ein Fremdatom das mehr Valenzelektronen besutzt als das verwendete Halbleitermaterial, zum Beispiel das 5-wertige Arsen. Vier dessen Außenelektronen werden zum Einbau in den Halbleiterkristall benötigt (Elektronenpaar-Bindung). Das fünfte Außenelektron ist nur noch sehr schwach an den positiven Atomrumpf des Fremdatoms gebunden und löst sich schon bei geringster Energiezufuhr von diesem. Ein solcher n-Halbleiter leitet einen Strom ähnlich wie es normalerweise über einer Stromleitung gehen würde, über die durch den Donor (das Arsen) gelieferten Elektronen. Man nennt diese Halbleiter "n-Halbleiter", weil ihre elektrische Leitfähigkeit von den negativen Donatorelektronen herrührt.
Ein sog. p-Halbleiter leitet den Strom über sog. Löcher. Damit meint man Bereiche im Material in der einen Elektroden-Mangel existiert weil das Material mit einem Fremdatom dotiert wurde mit weniger Valenzelektronen, z.B. das 3-wertige Indium.
Das Indium holt sich nun zur Festigung der Bindung aus der Umgebung ein Elektron und dieses vom Indium "geklaute" Elektron fehlt nun woanders. Die Bereiche an denen das Elektron fehlt sind nun relativ positiv geladen weil das Indium dem Halbleiter ja einen Elektron weggenommen hat. Das Indium wird deshalb als "Akzeptor" bezeichnet. Die Löcher finden sich nicht immer an der gleichen Stelle sonder "wandern". Halbleiter mit solchen beweglichen (positiv geladenen) Löchern nennt man deshalb p-Halbleiter.
![]() n-dotiertes Silizium, Arsen hat ein Elektron "zu viel" |
![]() p-dotiertes Silizium, Indium hat ein Elektron "zu wenig", hier befindet sich ein positives Loch |
Fügt man einen n-Halbleiter und eine p-Halbleiter zusammen erhält man eine Halbleiterdiode.
An der Grenzfläche, dem p/n-Übergang, zwischen den beiden Materialien dringen Elektronen aus dem n-Teil in den p-Teil des Halbleiters ein und im p-Teil werden die Elektronen von den positiv geladenen Löchern angezogen. Sobald ein Elektron ein Loch füllt sind dieses Elektron und das Loch als bewegliche Ladung nicht mehr vorhanden. Man nennt diesen Vorgang Rekombination.
Ebenso diffundieren Löcher in den n-Teil und rekombinieren mit den Elektronen. Nahe der Grenzfläche verschwinden also im p-Teil die Löcher und im n-Teil die Donator-Elektronen. Beidseits der Grenzfläche sind keine beweglichen Ladungsträger mehr vorhanden. Es entsteht eine dünne Schicht nahezu ohne bewegliche Ladungsträger. Man nennt diese Schicht die Verarmungszone. Sie ist etwa 1 µm = 1/1000 mm breit.
Das Eindringen von Elektronen in den p-Teil, bzw. von Löchern in den n-Teil, hat noch etwas anderes zur Folge: In der Verarmungszone ist die Ladungsbilanz nicht mehr ausgeglichen. Die abgewanderten Elektronen hinterlassen im ursprünglich elektrisch neutralen n-Teil eine dünne Schicht mit einem Überschuss an positiver Ladung. Im p-Teil entsteht entsprechend ein negativer Ladungsüberschuss.
Die beiden entgegengesetzt geladenen Schichten erzeugen ähnlich wie beim Plattenkondensator eine elektrische Kraft und ein von der n- zur p-Seite gerichtetes elektrisches Feld.
Das oben erwähnte, ortsfeste, sogenannte Raumladungsfeld hält weitere Elektronen und Löcher davor ab, auch noch zur anderen Seite zu diffundieren und zu rekombinieren. Der Rekombinationsprozess wird auf dieser Weise vom sich aufbauenden elektrischen Feld gestoppt. Dadurch wird verhindert, dass sich die Verarmungszone über den ganzen Kristall ausbreitet, sondern nur die schon erwähnte Dicke von etwa 1/1000 mm erreicht. Die Dicke der Verarmungszone hängt allerdings stark von der Dotierung und ein wenig von der Temperatur ab.
Wenn nun das Halbleitermaterial in sog. Durchlassrichtung unter Spannung gesetzt wird (n-Seite negativ, p-Seite positiv gepolt) drängen die Löcher im p-Teil von der Anode weg in die Verarmungszone hinein. Auf der p-Seite wird so die Verarmungszone dünner. Ebenso drängen auf der n-Seite Elektronen von der Kathode in Richtung Verarmungszone. Diese wird also auf beiden Seiten schmaler und verschwindet bei genügender Spannung sogar ganz.
Die Donorelektronen der n-Zone überqueren die Grenzfläche und rekombinieren laufend mit Löchern aus der p-Zone. Dabei wird selbstverständlich die Energie frei, welche für die Erzeugung eines Elektron-Loch-Paars aufgewendet worden ist. Die Energie wird von einer Spannungsquelle geliefert. Je nach Halbleiter wird diese freigesetzte Energie als Licht emittiert, so wie zum Beispiel bei einer LED. Das LED-Licht ist monochrom aber nicht kohärent, so wie bei einer Laser-Diode. Das LED-Licht wird so zu sagen "chaotisch" in allen Richtungen ausgestrahlt.

Die Endflächen einer Laserdiode sind wie beim Rubinlaser reflektierend. Zwischen diesen Flächen bildet sich so einen optischen Resonator. Die Photonen werden darin ähnlich wie oben beim Rubin-Laser beschrieben reflektiert und treten aus den partiell durchlässigen Ende der Diode aus. Dieses Licht ist im Gegensatz zu das Licht einer LED kohärent: Laser-Licht.
Aufbau einer einfachen Laserdiode |
Schnitt durch eine einfache GaAlAs-Laserdiode. Die Vorder- und Hinterseite sind wie bei einem optischen Resonator verspiegelt |
Laserdioden sind heute die mit Abstand am häufigsten benutzten Laser. Die Vorteile dieser Dioden sind klar: sie sind kompakt, relativ billig herzustellen, sehr Wirksam, dies verbunden mit einer einfachen Stromversorgung und ihrer einfachen Modulierbarkeit.
Zudem sind die Geräte ziemlich robust, in einer Physiotherapiepraxis einen nicht zu unterschätzenden Vorteil.

In der Therapie werden meistens Gallium Aluminium Arsenid (GaAlAs)-Laser verwendet. Durch Variation des Ga : Al Verhältnisses können verschiedene Wellenlängen emittiert werden, welche kontinuierlich oder pulsierend abgegeben werden können. Manchmal werden mehrere Laserdioden oder LED's in einem sog. Cluster zusammengefügt sodass größere Areale behandelt werden können.
Wegen der enormen Verschiedenheit an Laser-Quellen mit einer entsprechenden Diversität an Applikationsweisen, Wellenlängen und Leistung sind viele Studien in keiner Weise mit einander vergleichbar und reproduzierbar. Hinzu kommt, wie zum Beispiel bei Ultraschall, dass viele Studien von sehr schlechter Qualität sind.
Dies macht die Beurteilung der therapeutischen Wirkung des Lasers sehr schwierig. Totzdem ist die Wirksamkeit der Laser-Behandlung bei bestimmten Pathologien heute unumstritten (Bjordal 2006). Es geht heute deshalb auch nicht mehr darum den Nachweiß zu erbringen DASS Laser funktioniert sondern WIE Laser funktioniert. Für detaillierte Beschreibungen verweise ich auf die unten aufgeführte Literatur, speziell die Untersuchungen von Tiina Karu.
Am bekanntesten ist wohl die Auswirkung von Licht auf spezialisierten Photorezeptoren wie Rhodopsin, der Sehfarbstoff in der Retina der Augen von Wirbeltieren, und auf Chlorophyll, der Farbstoff, die Pflanzen ihre grüne Farbe gibt und mit denen sie bei der Photosynthese Lichtenergie in eine für sie nutzbare Form umwandeln. Bestrahlung von Zellen ohne solche spezifische Photorezeptoren mit Licht von bestimmten Wellenlängen kann aber ebenso gewisse zelluläre biochemische Reaktionen beeinflussen.
Diese Reaktionen werden vermittelt durch sog. Photoakzeptoren (Karu) und bilden die Basis für die bei der LLLT beobachtete Effekte. Man muss dabei aber beachten, dass es sich bei der photochemischen Konversion durch lichtabsorbierenden Molekülen nicht um eine spezifische Wirkung des Laserlichtes handelt.
Die gleiche Reaktionen treten auf bei der Bestrahlung mit konventionellen Lichtquellen wenn die entsprechende Wellenlängen benutzt werden (LEDs!).
Der Laser ist halt ein sehr praktisches Applikationsmittel weil die Geräte heute meistens nicht viel größer als einen dicken Filzschreiber sind und außerdem kein Vermögen mehr kosten.
Die photobiologische Reaktion basiert auf die Absorption von Photonen mit einer bestimmten Wellenlänge durch ein Photoakzeptormolekül: ein Molekül das aufgrund seiner chemischen Zusammensetzung durch Bestrahlung mit Licht angeregt werden kann.
Die Absorption des (Laser-) Lichtes in den Zellen findet in den sich in den Mitochondrienmembran befindlichen Cytochrome statt. Cytochrome sind enzymatisch aktive, an der Membran der Mitochondrien gebundene farbige Proteine (daher der Name: Zellfarbstoff), welche bei der Zellatmung und bei anderen biochemischen Vorgängen als Redoxkatalysator wirken. Das im aktiven Zentrum der Cytochrome befindliche Eisen-Ion kann im Rahmen einer Elektronentransfer-Reaktion zwischen der zwei- (Ferro-Form, Fe2+) und der dreiwertigen (Ferri-Form, Fe3+) Form wechseln. So kann das Cytochrom-Molekül in seiner Fe3+ Form durch Aufnahme eines Elektrons in den reduzierten Fe2+ -Zustand wechseln. Im reduzierten Zustand kann es das Elektron an den nächsten Überträger weitergeben und so weiter.
Die biologische Funktion der Cytochrome besteht also in der Elektronenübertragung.
Die Verfügbarkeit der anregbaren Elektronen bei Cytochrome ermöglicht deren Stimulation mit Licht, obwohl die Cytochrome für ihre Funktion nicht von einer Lichtbestrahlung abhängig sind: sie funktionieren selbstverständlich auch im Dunkeln. Jede Zelle im menschlichen Körper besitzt solche Cytochrome und kann deshalb mit Licht stimuliert werden. Es gibt viele Hinweise dafür, dass bestimmte Wellenlängen eine spezifische "alles oder nichts" Auswirkung auf solchen Photoakzeptoren haben und deshalb enzymspezifische Effekte auslösen können. Das Licht muss dazu, wie erwähnt, nicht kohärent sein: in Prinzip hat jedes monochromatische Licht mit einer bestimmten Wellenlänge bei adäquater Intensität die gleiche Auswirkung (siehe Karu).
Die Hauptwirkung ist die Stimulation der Zellstoffwechsel wobei das Licht durch Enzyme der Atmungskette (siehe unten) absorbiert wird. Diese Substanzen wirken stimulierend auf den Zellstoffwechsel in den Mitochondrien und im Zytoplasma. Es hat sich gezeigt, dass es für diese Stimulation ein "Dosis-Fenster" gibt: eine Über- und Unterdosierung hat keinen oder sogar einen hemmenden (sog. biosuppressiven) Effekt. Auch wurde nachgewiesen, dass Zellen, in denen bereits optimale Stoffwechselbedingen bestehen, logischerweise nicht weiter stimuliert werden können.
Dies ist ein Grund dafür, dass manche Studien keine Wirkung haben nachweisen können: es gibt in einer bereits optimal ablaufende Reaktion einfach nichts zu stimulieren.
Die Atmungskette ist die letzte Stufe des Glucose-Abbaus.
Ziel dieses Abbaus ist die ATP-Synthese. Der Vorgang wird auch oxydative Phosphorylierung genannt. In der letzten Phase dieses Prozesses verbindet sich Sauerstoff mit Wasserstoff zu Wasser und wird Energie freigesetzt.
Diese Reaktion bezeichnet man als Knallgasreaktion. Wir kennen diese Reaktion aus dem Chemieunterricht: der Lehrer produzierte mittels einer Elektrolyse H2 und O2 und führte diese Gase in einem Reagenzglas zusammen. Danach zündete er das Gemisch an und es machte "pfüt" im Reagenzglas wobei Energie in der Form von Wärme und Licht und etwas Schall freigesetzt wurde.
Dramatischer waren die Knallgasreaktionen in Lakehurst 1937 und Cape Canaveral 1986.
![]() Hindenburg 1937 |
![]() Challenger 1986 |
Damit also die Zelle bei diese Reaktion nicht zerstört wird, lässt Mutter Natur sie in einer sog. Elektronentransport-Kette in mehreren harmlosen Teilschritte ablaufen, wobei auf jede Stufe nur wenig Energie freigesetzt wird. Die Netto-Energieausbeute bleibt aber gleich groß.
Diese Energie wird u.A. dazu benutzt aus ADP und Phosphat ATP zu synthetisieren.
Laserlicht übt auf die Atmungskette einen stimulierenden Einfluss aus.
Man nimmt heute an, dass es sich hierbei um eine Beschleunigung des Elektronentransportes handelt (Primäreffekt). Elektronen sind nämlich im Anregungszustand weniger stark an das Molekül gebunden als im stabilen Grundzustand. Die Energie der absorbierten Photonen wird chemisch auf die Redoxzentren der Enzyme der Atmungskette übertragen, wodurch die Oxidation leichter verläuft und die ATP-Synthese gesteigert wird. Zudem wird eine thermische Aktivierung der Enzyme diskutiert, diese ist in vivo aber wahrscheinlich vernachlässigbar klein. Speziell das an der Atmungskette beteiligte Cytochrom-c oxydase reagiert auf einer Laserstimulation mit einer erhöhten Aktivität. Eine Stimulation dieses intrazellulären Prozesses löst eine Vielzahl unterschiedliche sekundäre Reaktionen aus wie z.B. eine verstärkte RNA- und Proteinsynthese, Prozesse welche ablaufen lange nachdem die Bestrahlung sistiert wurde.
Es wurden vier Haupteffekte des Lasers beschrieben:
Speziel für den entzündungshemmenden Effekt gibt es viele Beweise: die Bildung von PGE2, TNF-alpha und IL1 wird gehemmt, ebenso die Cyclooxygenase 2 (COX2). Die entzündungshemmende Wirkung von LLLT ist sogar ebenso ausgeprägt wie die von Indomethacin, Celecoxib und Diclofenac! Die verwendete Dosierung lag bei diesen Untersuchungen um 7.5 J/cm² (0.7 bis 19 J/cm²)
Diese Wirkungen haben in den ersten 72 Stunden nach einer Verletzung Einfluss auf die Ödembildung und dadurch auf die Durchblutung, und auf die Bildung von Nekrosen und Hämatomen.Bjordal empfiehlt nach Ablauf dieser Zeit die Wundheilung zu beeinflussen mit einer Dosis von 2 J/cm² pro Punkt.
Nbenbei: In Untersuchungen mit negativen Ergebnissen wurde durchwegs unterdosiert: deutlich weniger als 5 J/cm² Gesamtdosis.
Der analgetische Effekt führt man auf einer Freisetzung von β-Endorphin zurück (Laakso 1995). Die Laserstrahlung setzt aus den Mastzellen und Makrophagen unter Anderem Interleukin-1 frei (Laakso 2005). Das Interleukin aktiviert die Freisetzung von CRH aus dem Hypothalamus und damit die Hypothalamus-Hypophyse-Nebennierenrinde-Achse. Das CRH bewirkt im Hypophysenvorderlappen eine Aufspaltung von pro-opiomelanocortin (POMC) in ACTH und β-Endorphin. Laakso konnte die Beteiligung von β-Endorphine aber nicht mit Sicherheit bestätigen da Naloxone die Schmerzlinderung nur geringfügig herabsetzte. Bjordal (2006) zweifelt die Beteiligung von β-Endorphinen bei der Schmerzlinderung deshalb an.
Eine weitere Erklärung der Schmerzlinderung geht von der Beteiligung von Serotonin aus. Man hat festgestellt, dass nach einer Behandlung mit einem He-Ne-Laser die 5-Hydroxyindolessigsäure konzentration im Urin stark erhöht war und zwar einige Tage vor Eintritt der Schmerzlinderung. Das 5HIAA ist ein Metabolit von Serotonin.
Laser wird in der Dermatologie bei der Behandlung schlechtheilender Wunden und Ulcera eingesetzt. Ebenso erfolgreich ist der Einsatz von Laser bei der Behandlung von Probleme aus der Orthopädie und Rheumatologie wie zum Beispiel bei Arthritiden, Bursitiden, in der Triggerpunkt-Therapie und bei der Stimulation von Akupunkturpunkten.
LLLT-Geräte (auch "Soft-Laser") gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Man versteht unter LLLT die therapeutische Anwendung von Laser mit Licht von so niedriger Intensität, dass es zu keinem Zeitpunkt zu einer Gewebeschädigung kommt. Laserlicht soll stimulieren aber nicht erwärmen. In der Praxis bedeutet das, dass die Leistungsdichte unter 5 mW/mm2 bzw. unter 500 mW/cm2 bleiben muss. Dieser Wert ist der niedrigste Wert wobei je eine Gewebeerwärmung festgestellt wurde.
Die Wahl eines bestimmten Lasers ist abhängig von der zu behandelnden Pathologie. Grundsätzlich gibt es Laser, die ihre Energie kontinuierlich abgeben und solche, die pulsieren. Zudem gibt es Laser, die Ihre Energie im unsichtbaren Infrarot-Bereich abgeben und solche, die sichtbares Rotlicht produzieren. Andersfarbige Laser sind für die Therapie nicht interessant, weil diese eine äußerst geringe Penetrationstiefe haben. Der Wellenlängenbereich zwischen 670 und 690 nm beeinflusst den Redoxprozess der Atmungskette positiv, deshalb sollte ein Therapielaser dieser Bereich abdecken. Diese positive Wirkung wurde zuerst rein empirisch festgestellt, später wurde die Wirkung anhand der Erstellung sog. Aktionsspektra bestätigt. Im Aktionsspektrum wird die Größe eines biologischen Effektes in Abhängigkeit von der einstrahlenden Wellenlänge angegeben (z.B. gemessen an der O2-Produktion). Anhand des Aktionsspektrums kann das am Prozess beteiligte Enzym identifiziert werden welches für ein bestimmter Prozess verantwortlich ist. Es ist ein Prinzip aus der Photochemie, dass das Aktionsspektrum sich mit dem Absorptionspektrum deckt. Wenn man nun das Aktionspektrum eines bestimmten Enzymes kennt kann man dessen Funktion mit der entsprechenden Wellenlänge stimulieren.
Auch IR-Laser sind therapeutisch wirksam, jedoch werden mit zunehmender Wellenlänge die therapeutische Effekte angeblich schwächer, anders ausgedrückt: die erforderliche Leistungsdichte werde größer. Dafür hat das relativ langwellige IR-Licht die größere Penetrationstiefe von etwa 3 mm, bei Rotlicht-Laser beträgt diese Tiefe etwa 1 mm. Die Penetrationstiefe ist die Tiefe, wo die Energie noch 37% der abgegebenen Dosis beträgt. Manche Autoren (Laasko et al, Royal Brisbane Hospital, Australien) behaupten allerdings, dass der 830nm IR-Laser (30 mW) bis zu 5 cm eindringt und die betaEndorphin stärker anregt als ein Rotlicht-Laser. Da auch die Aktionsspektra bei 800nm eine erhöhte RNA-Synthese zeigen (allerdings etwas weniger ausgeprägt als um 600nm) macht es durchaus Sinn einen solchen Laser einzusetzen.
Ob die Wirkung eines Rotlicht-Lasers sich wesentlich unterscheidet von der eines IR-Lasers ist unklar. Manche Autoren vermuten beim IR-Laser anstatt des photochemischen Effektes des Rotlicht-Lasers beim IR-Laser einen sog. photophysikalischen Effekt. Man vermutet neben der Stimulation der Atmungskette einen Einfluss auf Membranmoleküle (sog. Molekülrotationen und Vibrationen) welche die Membraneigenschaften beeinflussen soll. Dies könnte dann einen Einfluss auf Ca++Kanäle haben. Es scheint aber eher unwahrscheinlich, dass es eine scharfe Grenze zwischen den Wirkungsmechanismen im sichtbaren und infraroten Bereich gibt. Es wäre natürlich genau so gut möglich, dass solche photophysikalische Prozesse beim Rotlicht-Laser eine Rolle spielen.
Nahe an der Laserquelle nimmt die Energie exponential ab. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Leistungsabnahme weiter von der Quelle entfernt (im Gewebe) nahezu linear ist. Die Energie eines 200 mW GaAlAs-Lasers betrug in einer Untersuchung nach 15 mm im Gewebe nur noch 16 mW. Tiefer im Gewebe nahm die Leistung langsam ab bis diese auf 34 mm noch 1.4 mW betrug.
Bei den in der Therapie eingesetzten Laser handelt es sich der Regel um
Die Anwendung des Lasers ist denkbar einfach. Es sind natürlich die Vorschriften aus den jeweiligen Gebrauchsanleitungen zu beachten.
Bei der Wundbehandlung geht man wie folgt vor:
Allgemein gilt, dass die Dosis erhöht werden soll wenn keine Reaktion auftritt. Wie auch bei anderen Therapien ist die Methode abzubrechen wenn nach in etwa 5-6 Behandlungen keine Besserung eintritt. Dies selbstverständlich unter Berücksichtigung der Pathologie.
Nebenbei: Aufpassen bei Tattoos im Behandlungsareal: Erstens wird hier durch die verwendete Pigmente das Licht sehr stark absorbiert und damit die Wirkung massiv herabgesetzt. Zweitens sind diese zu teuer als das der Patient/die Patientin eine eventuelle Farbveränderung akzeptieren würde.
Parameter sind die Wellenlänge, die Dosis, die Häufigkeit der Behandlungen, die Leistungsdichte, die Pulsfrequenz und die Behandlungsmethode.
Siehe weiter oben unter "Lasertyp und Wellenlänge".
Die Leistungsdichte (powerdensity) gibt an, wieviel Leistung pro cm² abgegeben wird. Wenn ein Laser zum Beispiel eine Leistung von 250 mW hat, und diese auf eine Fläche von 0.2 cm² abgibt, ist die Dichte 100 mal größer, als wenn die gleiche Energie auf einer Fläche von 20 cm² abgegeben wird.
Die Dosis errechnet man über die Formel:
Dosis (Joule) = Behandlungszeit (Sekunden) × Laserleistung (Watt).
Oder:
Dosis ÷ Leistung = Behandlungszeit
Dies bedeutet, dass bei einer Laser-Leistung von 400 mW (0,4 Watt) und einer Dosis von 2 Joule/Punkt die Behandlungszeit 5 Sekunden beträgt. Bei einer Leistung von 50 mW (0,05 W) beträgt die Behandlungszeit pro Punkt bei gleicher Dosis 50 Sekunden.
Es ist zu beachten, dass die Leistungsangabe des Lasers sich auf die Leistung am eigentlichen Generators oder auf die Leistung am Ende der Optik beziehen kann . Hersteller geben gerne die höhere Leistung direkt am Laser an. Je nach Eigenschaften der optischen Fasern können bis zur Austrittstelle Leistungsverluste von bis zu 50% auftreten.
Bei gepulsten Lasern muss die Pulsdauer und Pulsfrequenz eingerechnet werden. Die mittlere Leistung berechnet man wie folgt :
Maximalleistung (Watt) × Pulsdauer (s) × Pulsfrequenz (Hz) = P (W)
Pulsenergie (Joule) × Pulsfrequenz (Hz) = P (W)
Beträgt die Leistung 10 Watt bei einer Pulsdauer von 150 ns und einer Frequenz von 100 Hz, ist die mittlere Leistung 0,15 mW. Ein einziger Impuls hat in diesem Beispiel eine Energie von 1.5 µJ.
Bei einer Frequenz von 1000 Hz beträgt die mittlere Leistung 1,5 mW. Falls mit einem solchen Laser eine Dosis von 4 J/Punkt erreicht werden muss, beträgt die Behandlungszeit bei 1000 Hz 2666 Sekunden (bloß etwa 45 Minuten ;-), bei 30.000 Hz (falls am Gerät möglich) beträgt die mittlere Leistung 45 mW, die Behandlungszeit pro Punkt beträgt hier 88 Sekunden.
Bei myofaszialen Triggerpunkten wird eine Dosis von 1 - 4 J/Punkt empfohlen, bei der Behandlung von AP-Punkten empfiehlt man 0,5 - 2 J/Punkt.
Eine der in vitro nachgewiesenen Wirkungen von LLLT ist die Hemmung der Cyclooxygenase-2 (COX-2) und der PGE2-Produktion. Für die Behandlung entzündlicher Prozesse werden Dosen zwischen 0.4 und 19 J bei einer Leistungsdichte von 5 - 21.2 mW/cm² empfohlen. Bei einer solchen Behandlung muss die Tiefe des Problems und die Größe der zu behandelnden Fläche eingerechnet werden, eine Tatsache, die bei vielen Studien nicht berücksichtigt wurde. .
(Bjordal et al, 2003,2004):
Die Autoren gehen davon aus, dass beim passieren der Haut enorm große Energieverluste auftreten: Bei einem HeNe-Laser 90%, bei einem GaAlAs-Laser 80% und bei einem pulsierenden GaAs-Laser 50% Energieverlust. Danach nimmt die Energie für Infrarot-Laser pro mm um weitere (geschätzte) 5% ab. Die Energieabnahme für HeNe-Laser beträgt pro mm Gewebe 10%.
In LLLT-Studien betreffend Entzündungshemmung die zu einem positiven Resultat kamen, wurden generell Dosierungen wie oben angewendet. In Studien mit einem negativen Ergebnis wurde in der Regel (stark) unterdosiert. Bei Dosen die deutlich höher sind als oben erwähnt (5-10 Mal), erhält man eine schwächere biologische Wirkung (z.B. bei Wundheilung und Entzündungen). Bei noch höheren Dosen erreicht man den sog. biosuppressiven Bereich und muss mit hemmenden Effekten rechnen. Die obenerwähnten Dosierungen zeigen aber, dass eine solche Hemmung offensichtlich einiges an Energie bedarf.
Die WALT empfiehlt entweder 2 Wochen täglich oder 3 bis 4 Wochen jeden 2. Tag zu behandeln. Die Behandlung sollte mit der vorgeschlagenen Dosis begonnen werden. Wenn eine Besserung eintritt sollte die Dosis um 30% reduziert werden.
Ich übernehme keine Verantwortung für die Richtigkeit der Vorschläge.
| Tendinitiden | Punkte oder cm² | Joules (780 - 860 nm) | Beachten |
|---|---|---|---|
| Carpaltunnel | 2 -3 | 12 | Mindestens 6 J/Punkt |
| Epicondylitis lat/med | 1 - 2 | 4 | Maximal 100 mW/cm² |
| Caput longum Biceps brachii | 1 - 2 | 8 | - |
| Supraspinatus | 2 - 3 | 10 | Minimum 5 J/Punkt |
| Infraspinatus | 2 - 3 | 10 | Minimum 5 J/Punkt |
| Trochanter major | 2 - 4 | 10 | - |
| Patellarsehne | 2 - 3 | 6 | - |
| Tractus iliotibialis | 2 - 3 | 3 | Maximal 100 mW/cm² |
| Achillodynie | 2 - 3 | 8 | Maximal 100 mW/cm² |
| Fasziitis plantaris | 2 - 3 | 12 | Minimum 6 J/Punkt |
| Triggerpunkte | - | 1 - 4 | = Dosis pro Punkt |
| Akupunktur Punkte | - | 0.5-2 | = Dosis pro Punkt |
| Wundbehandlung | - | 0.1-1 | = Dosis pro cm² |
| Arthritiden | Punkte oder cm² | Joules (780 - 860 nm) | Beachten |
|---|---|---|---|
| MCP, PIP, DIP | 1 - 2 | 6 | Fuß dito |
| Handgelenk | 2 - 4 | 10 | - |
| Radiohumeral | 1 - 2 | 4 | - |
| Ulnohumeral | 2 - 4 | 10 | - |
| Glenohumeral | 2 - 4 | 15 | Minimum 6 J/Punkt |
| Acromioclavicular | 1 - 2 | 4 | - |
| Temperomandibular | 1 -2 | 6 | - |
| HWS | 2 - 4 | 15 | Minimum 6 J/Punkt |
| BWS | 2 - 4 | 40 | Minimum 6 J/Punkt |
| LWS | 2 - 4 | 40 | Minimum 6 J/Punkt |
| Hüfte | 2 - 4 | 40 | Minimum 6 J/Punkt |
| Knie je Seite | 3 -6 | 20 | Minimum 6 J/Punkt |
| OSG | 2 - 4 | 15 | - |
Aufgrund des Photobleachingeffektes soll das pulsierende infrarote GaAs Laser-Licht tiefer penetrieren. Deshalb gelten hier laut einigen Autoren andere Dosisvorschläge.
Zudem sollte die Pulsfrequenz berücksichtigt werden (siehe weiter unten "Pulsfrequenz").
| Tendinitiden | Punkte oder cm² | Joules (904 nm) | Beachten |
|---|---|---|---|
| Carpaltunnel | 2 -3 | 4 | Mindestens 2 J/Punkt |
| Epicondylitis lat/med | 1 - 2 | 1 | Maximal 100 mW/cm² |
| Caput longum Biceps brachii | 1 - 2 | 2 | - |
| Supraspinatus | 2 - 3 | 3 | Minimum 2 J/Punkt |
| Infraspinatus | 2 - 3 | 3 | Minimum 2 J/Punkt |
| Trochanter major | 2 - 3 | 2 | - |
| Patellarsehne | 2 - 3 | 2 | - |
| Tractus iliotibialis | 2 - 3 | 2 | Maximal 100 mW/cm² |
| Achillodynie | 2 - 3 | 2 | Maximal 100 mW/cm² |
| Fasziitis plantaris | 2 - 3 | 3 | Minimum 2 J/Punkt |
| Triggerpunkte | - | 1 - 4 | = Dosis pro Punkt |
| Akupunktur Punkte | - | 0.5-2 | = Dosis pro Punkt |
| Wundbehandlung | - | 0.01 - 0.1 | = Dosis pro cm² |
| Arthritiden | Punkte oder cm² | Joules (904 nm) | Beachten |
|---|---|---|---|
| MCP, PIP, DIP | 1 - 2 | 2 | Fuß dito |
| Handgelenk | 2 - 3 | 3 | - |
| Radiohumeral | 1 - 2 | 3 | - |
| Ulnohumeral | 2 - 3 | 3 | - |
| Glenohumeral | 2 - 3 | 6 | Minimum 6 J/Punkt |
| Acromioclavicular | 1 - 2 | 2 | - |
| Temperomandibular | 1 -2 | 2 | - |
| HWS | 2 - 3 | 6 | Minimum 2 J/Punkt |
| BWS | 2 - 3 | 10 | Minimum 4 J/Punkt |
| LWS | 2 - 3 | 10 | Minimum 4 J/Punkt |
| Hüfte | 2 - 3 | 10 | Minimum 4 J/Punkt |
| Knie je Seite | 3 -4 | 6 | Minimum 2 J/Punkt |
| OSG | 2 - 4 | 6 | - |
Die Leistung ("Stärke") eines Lasers entscheidet vor Allem über die Länge der Behandlungsdauer pro Punkt. Eine bestimmte Dosis wird schneller mit einem starken Laser als mit einem schwachen erreicht. Die Leistung ist aber für ein gutes Resultat nicht ausschlaggebend. Mit einem starken Laser könnte man auf grund einer allfällig geringeren Leistungsdichte sogar weniger gute Resultate erzielen.
Mit Leistungsdichte ist die Intensität pro cm² (Watt/cm²) gemeint. Eine hohe Leistungsdichte bedeutet eine hohe Laserlichtkonzentration. Eine solche erhält man z.B. im Fokus einer Lupe. Zu niedrige bzw. zu hohe Leistungsdichte ergeben einen geringeren biologischen Effekt.
Bei einem Gallium-Laser muss immer die gewünschte Pulsfrequenz eingestellt werden. Niedrige Frequenzen (10-100 Hz) sind stärker schmerzlindernd und hohe Frequenzen (2500-5000 Hz) haben den größten Effekt auf entzündliche Prozesse. Mittelhohe Frequenzen (500-1000 Hz) scheinen sich am besten zur Behandlung von Ödeme und Schwellungen sowie z.B. für Knochenneubildung zu eignen.
Es gibt keine exakte Eindringgrenze für das Laserlicht. Laserlicht verbreitet sich in alle Richtungen und wird im Gewebe absorbiert. Die Behauptung, Laserlicht verliere seine Kohärenz sofort nach Eindringen in die Haut verliert, scheint nicht zu stimmen und ist zudem für den therapeutischen Effekt nicht relevant. Die Lichtstärke wird allerdings schwächer, je weiter man sich vom Auftreffpunkt an der Oberfläche entfernt. Es gibt eine Grenze, wo die Lichtintensität so gering wird, dass das Licht keine biologische Wirkung mehr hervorruft. Diese Grenze wird als Wirkungstiefe bezeichnet. Die Wirkungstiefe ist von verschiedenen Faktoren abhängig: Wellenlänge des Lichtes, Art des Gewebes (Haut und Fettgewebe sind "transparenter" als die gut durchblutete Muskulatur) und Pigmentierung. Laserlicht dringt sogar durch Knochen (ungefähr wie durch Muskelgewebe).
Ein wichtiger Faktor ist das Verdrängen von Blut im Gewebe. Wenn man mit einer Lasersonde leicht gegen die Haut drückt, wird das Blut zur Seite gepresst. Das Gewebe vor der Sonde wird blutleer, und da das Hämoglobin im Blut der lichtabsorbierende Faktor ist, wird hierdurch die Penetration deutlich verbessert.
Andere wichtige Faktoren sind die Leistungsdichte und die Behandlungstechnik (Behandlung mittels Hautkontakt oder auf Abstand). So genannte Scanner haben eine nur sehr geringe Leistung und verlangen, je nach Größe der Behandlungsfläche, teilweise extrem lange Behandlungszeiten.
Man unterscheidet zwischen Lokalbehandlung und Systembehandlung. Normalerweise wird lokal behandelt, d.h. direkt im Problembereich.
Systembehandlung bedeutet, dass man Stellen behandelt, die entfernt vom eigentlichen Problembereich liegen. Ein Beispiel von Systembehandlung ist die Behandlung so genannter Triggerpoints: nicht das ganze schmerzhafte Gebiet wird behandelt, sondern nur der Punkt, der für die Schmerzsymptomatik verantwortlich ist. Ein weiteres Beispiel ist Laserpunktur, wobei man an Stelle von Nadeln einen oder mehrere Akupunkturpunkte mit Laserlicht stimuliert.
Die Laserpunktur (Laserakupunktur) erfreut sich großer Beliebtheit. Die Methode ist steril und schmerzfrei und wird daher von "nadelscheuen" Patienten gerne akzeptiert. Speziell die schmerzhafte Nadelung im Gesicht kann sehr gut durch die Laserpunktur ersetzt werden. Sowohl Laserpunktur als auch konventionelle Akupunktur können nachgewiesenermaßen über AP-Punkte eine Wirkung erzielen, obwohl nicht immer die gleiche Wirkung eintritt. Sie können einander aber ergänzen, vergleichbar mit der AP-Punkt-Behandlung mit TENS.
Es wurde nachgewiesen, dass angemessene Zeitintervalle zwischen den Behandlungen wirksamer sind als allzu dicht aufeinander folgende Behandlungen. Ebenso konnte gezeigt werden, dass der Effekt von Laserbehandlung kumulativ ist (d.h., die Dosis einer Behandlung summiert sich zur Dosis der vorherigen). Deshalb ist es wichtig, dass die Behandlungen nicht zu dicht aufeinander folgend ausgeführt werden. Gewöhnlich wird man während zweier Wochen jeden zweiten oder dritten Tag behandeln, danach eher in größeren Intervallen. Akute Probleme sprechen in der Regel rascher auf die Behandlung an. Chronische Beschwerden werden in der Regel mit längeren Intervallen behandelt. Hauterkrankungen werden meist täglich behandelt.
Klassifizierung nach DIN EN 60825-1
Entsprechend der Gefährlichkeit für den Menschen sind die Laser in Geräteklassen eingeteilt. Die Klassifizierung nach DIN EN 60825-1 erfolgt durch den Hersteller. (Die alte Klassifizierung nach DIN VDI 0837 darf für neue Laser nicht mehr verwendet werden, wird aber in den USA noch verwendet.
| Laserklasse | Beschreibung |
|---|---|
| 1 | Die zugängliche Laserstrahlung ist ungefährlich. (z.B. CD-Player) |
| 1M | Die zugängliche Laserstrahlung ist ungefährlich, solange keine optischen Instrumente, wie Lupen oder Ferngläser verwendet werden. |
| 2 | Die zugängliche Laserstrahlung liegt nur im sichtbaren Spektralbereich (400 nm bis 700 nm). Sie ist bei kurzzeitiger Bestrahlungsdauer (bis 0,25 s) ungefährlich auch für das Auge. Eine längere Bestrahlung wird durch den den natürlichen Lidschlussreflex verhindert. (Siehe Anmerkung unten) |
| 2M | Wie Klasse 2 solange keine optischen Instrumente, wie Lupen oder Ferngläser verwendet werden. (*) |
| 3R | Die zugängliche Laserstrahlung ist gefährlich für das Auge. |
| 3B | Die zugängliche Laserstrahlung ist gefährlich für das Auge und in besonderen Fällen auch für die Haut. |
| 4 | Die zugängliche Laserstrahlung ist sehr gefährlich für das Auge und gefährlich für die Haut. Auch diffus gestreute Strahlung kann gefährlich sein. Die Laserstrahlung kann Brand oder Explosionen verursachen. |
*) Anmerkung zu Laserklasse 2 und 2M:
Durch wissenschaftliche Untersuchungen (FH Köln) wurde festgestellt, dass der Lidschlussreflex (dieser tritt im übrigen innerhalb 0,25 s auf; eine längere Bestrahlung schädigt das Auge) nur bei weniger als 20 % der Testpersonen gegeben war. Von dem Vorhandensein des Lidschlussreflexes zum Schutz der Augen darf somit in der Regel nicht ausgegangen werden. Daher sollte man, falls Laserstrahlung der Klasse 2 oder 2M ins Auge trifft, bewusst die Augen schließen oder sich sofort abwenden. Des Weiteren ist zu beachten, dass der Lidschlussreflex nur bei sichtbarem Licht erfolgt. Laserstrahlung im z.B. Infrarotbereich führt nicht zu einem Lidschluss, da die Strahlung vom Auge nicht wahrgenommen wird. Deshalb ist ein besonders vorsichtiger Umgang mit unsichtbarer Laserstrahlung wichtig.
Zur Vermeidung eventueller Probleme sollte der Patient und der Therapeut immer eine Schutzbrille tragen. Lasse also niemals einen Patienten starr in eine Lasersonde blicken, die gegen die Augen gerichtet ist. Sollte dies allerdings aus Versehen während eines Augenblicks passieren, zieht es in der Regel glücklicherweise keine ernsten Konsequenzen nach sich.
Die LLLT mutet manchmal an wie eine Art Universalmittel gegen alle möglichen Beschwerden ohne Risiken und Nebenwirkungen. Laser hat eine primär lokale Wirkung die eine Anzahl sekundäre Wirkungen nach sich zieht welche sich auch von der Stimulationsstelle entfernt auswirken können. Aus diesem Grund kann die Behandlung lokal und systemisch stimulierend, entzündungshemmend und schmerzlindernd wirken. Deshalb kann mit Laser eine Vielzahl Pathologien behandelt werden.
Falls ein Patient nicht auf die Behandlung reagiert, sind die verschiedenen Behandlungsparameter zu überprüfen. Ein ausgebliebener Effekt kann seine Ursache in einem ungeeigneten Lasertyp, in zu niedriger oder zu hoher Dosis, falscher Diagnose, zu wenig Behandlungen, falscher Pulsfrequenz, falsche Leistungsdichte usw. haben. Patienten reagieren außerdem verschieden empfindlich auf eine bestimmte Dosis und sprechen ganz anders auf die Laserbehandlung an. Manche können den Laser "bis in die Zehenspitzen" fühlen, andere scheinen völlig unbeeinflussbar zu sein, vergleichbar mit den "Respondern" und "nicht-Respondern" bei der Akupunktur. Je mehr Erfahrung der Therapeut mit der Laserbehandlung hat, desto mehr Erfolg wird er erzielen. Es muss vor Allem auch erwähnt werden, dass die Lasertherapie nur eine Therapie unter vielen ist.
Viele absolute Kontraindikationen für Behandlung mit LLLT gibt es nicht.
Tumoren, die Augen, die Hoden und Epiphysenfugen (bei Kindern) werden selbstverständlich nicht behandelt.
Außerdem, wie in der Physiotherapie allgemein üblich, alle unklare Pathologien, Patienten in einem schlechten Allgemeinzustand oder mit Fieber.
In älterer Laserliteratur wird oft erwähnt, dass z.B. Herzschrittmacher, Schwangerschaft, Epilepsie, Herzinfarkt u.a.m. Kontraindikationen für Laserbehandlung seien.
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Sehr empfehlenswert, wenn man es genau wissen will ;-) die Seite von Professor Tiina I. Karu